Energieregion “Südliche Fränkische Schweiz”

Methodik

Wie entsteht ein Solarkataster?

Die Ermittlung des Potenzials der installierbaren Leistung und des Potenzials der erzielbaren Energieerträge auf den Dächern erfolgt mit Hilfe von Geoinformationssystemen (GIS) und der Anwendung von Fernerkundungsmethoden. Das Ergebnis ist eine Kategorisierung der Dachflächen mit Angaben der jeweiligen Potenziale. Die Methodik wird im Folgenden ausführlicher dargestellt.

Ermittlung und Zuordnung der Dachflächen

Mithilfe von Luftbildanalysen und der digitalen Flurkarte wurden die Dachflächen ermittelt. Bei der Auswertung lagen Luftbilder vor, die im Jahr 2015 aufgenommen wurden. Gebäude, die später errichtet wurden konnten deshalb i.d.R. noch nicht berücksichtigt werden. Im weiteren Verlauf wurde jede Dachfläche händisch herauskartiert. Nur durch diese sorgfältige Herangehensweise kann höchste Qualität gewährleistet werden. Individuelle Hindernisse und besondere Situationen, die automatisierte Berechnungsverfahren nicht interpretieren können, werden auf diese Weise – soweit aus dem Luftbild ersichtlich – berücksichtigt.

Dachformen

Die geeigneten Dachflächen werden in erster Linie durch die Dachform bestimmt. Bei Flachdächern müssen die Module aufgeständert werden und deshalb hintereinander einen Abstand einhalten, da sich die Module sonst gegenseitig verschatten würden. Bei Satteldächern (Giebeldächern) bedarf es dieses Abstandes nicht, da sie bereits in einer günstigen Ausrichtung zur Sonne angebracht werden können. Unterschieden werden die Kategorie „Flachdach“, „Satteldach“ und die Sonderkategorie „Parkplatzüberdachung“. In dieser Sonderkategorie werden öffentlich zugängliche Parkplatzflächen betrachtet, die aktuell zwar keine Überdachung haben, auf denen jedoch eine Dachkonstruktion mit Solarmodulen möglich wäre.

Ausrichtung

Während die Solarmodule auf Flachdächern ohnehin aufgeständert werden müssen und damit meist perfekt nach Süden ausgerichtet werden können, nimmt die Ausrichtung bei Satteldächern eine entscheidende Rolle ein. Bei einer Ausrichtung nach Süden sind die Modulflächen fast den ganzen Tag in Richtung Sonne exponiert. Sind sie dagegen in Richtung Südost oder Südwest ausgerichtet, werden sie am Morgen bzw. am Abend nicht direkt bestrahlt. Je weiter die Module in ihrer Ausrichtung von Süden abweichen, nimmt also auch der Ertrag ab.

Hindernisse (Verschattung, Denkmalschutz, Statik)

Selbst bei einer optimalen Ausrichtung können verschiedene Faktoren eine Installation von Photovoltaikmodulen unwirtschaftlich gestalten oder unmöglich machen. Werden die bebaubaren Flächen beispielsweise von höheren Bäumen oder anderen Objekten von Süden her verschattet, mindert dies das Ertragspotenzial enorm. Ein weiteres Kriterium stellt in der Regel der Denkmalschutz dar. Des Weiteren kann auch die Größe einzelner Dachflächen, das Vorhandensein bestimmten technischer Einrichtungen oder viele kleine Fenster das Errichten von Photovoltaik Modulen unmöglich oder unwirtschaftlich machen. Aus diesem Grund wurden Dachflächen mit weniger als 5 m² nicht näher betrachtet. Sind lediglich kleine Bereiche des Daches von diesen Hindernissen betroffen, wird das restliche installierbare Potenzial dementsprechend ausgewiesen.

Die nach diesen Kriterien ermittelten Dachflächen stellen jedoch nur das durch Fernerkundungsmethoden ermittelbare Potenzial dar. Ob die Errichtung von Photovoltaik- oder Solarthermie-Modulen auch aus Bau-statischer Sicht möglich ist, muss individuell und vor Ort geklärt werden.

Was bedeuten die Daten die mir für mein Haus angezeigt werden?

Hier soll anhand eines Beispieldaches erklärt werden was hinter den angezeigten Daten für Ihre Dachfläche steht:

Befund zur Dachfläche
Typ: Beschreibung der Eignung
Besonderheit: Hier werden wichtige Hinweise z.B. zum Denkmalschutz angegeben
Modulfläche: Angabe der zur Verfügung stehenden Fläche in m²
Potenzial
Photovoltaik Solarthermie
Max. Leistung: Angabe über die elektrische Leistung, die bei Vollbelegung auf der zur Verfügung stehenden Fläche installiert werden kann.

Einheit: Kilowatt (kW)

Angabe über die theoretische thermische Leistung, die bei Vollbelegung auf der zur Verfügung stehenden Fläche installiert werden kann.

Einheit: Kilowatt (kW)

Spez. Ertrag: Angabe über den spezifischen Ertrag je Kilowatt installierter Leistung und Jahr.

Einheit: Kilowattstunden pro Kilowatt und Jahr (kWh/kW*a)

Angabe über den spezifischen Ertrag je Quadratmeter Kollektorfläche und Jahr.

Einheit: Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²*a)

Max. Ertrag: Angabe über den möglichen jährlichen Stromertrag, wenn das gesamte Dach mit Photovoltaikmodulen belegt wird.

Einheit: Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a)

Angabe über die mögliche, jährliche, solarthermisch erzeugbare Wärmemenge, wenn das gesamte Dach mit Solarmodulen (Röhrenkollektoren) belegt wird.

Einheit: Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a)

Investitionskosten
Spezifisch: Angabe über die spezifischen Anschaffungs- und Installationskosten je Kilowatt elektrischer Leistung.

Auf privaten Dächern können etwa 1.800 €/kW als Faustzahl herangezogen werden.

Angabe über die spezifischen Anschaffungs- und Installationskosten je Quadratmeter Röhrenkollektor.

Auf privaten Dächern können etwa 750 €/m² für den Kollektor, weitere 150 €/m² für die Installation, sowie weitere, jedoch von der bestehenden Heizungsanlage abhängige, Kosten für Peripherie in Höhe von 2.000 € als Faustzahlen herangezogen werden.

Vollnutzung: Angabe über die Investitionskosten für eine Vollbelegung der freien Dachflächen mit Photovoltaikmodulen. Angabe über die Investitionskosten für eine Vollbelegung der freien Dachflächen mit Solarmodulen.
Gestehung: Angabe der grob überschlagenen Gestehungskosten des selbst erzeugten Stroms bei Vollbelegung des Daches mit Photovoltaikmodulen auf einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren (inkl. Anlagendegression).

So viel würde Ihnen also der selbst erzeugte Strom etwa kosten.

Hinweis: Der Strom kostet Sie tatsächlich noch wenige Cent/kWh mehr, da ein Anteil der jeweils aktuell gültigen EEG-Umlage an den Netzbetreiber gezahlt werden muss.

Angabe der grob überschlagenen Gestehungskosten der selbst erzeugten Wärme bei Vollbelegung des Daches mit Solarmodulen auf einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren.

So viel würde Ihnen also die selbst erzeugte Wärme etwa kosten.

Wichtig: Bei den Angaben handelt es sich jedoch stets um Schätz- und Durchschnittswerte, welche in Realität abweichen können. Dies zeigt allein schon die Tatsache, dass es unterschiedliche Photovoltaikmodule in unterschiedlichen Preisklassen gibt. Während monokristalline Photovoltaikmodule eine höhere Energiedichte aufweisen, sind diese in der Anschaffung teurer als polykristalline Module. Ähnlich verhält es sich mit Vakuumröhren- und Flachkollektoren zur Erzeugung von Warmwasser.

Am besten lassen Sie sich deshalb von einem Fachmann in Ihrer Nähe beraten. Was hierfür wichtig ist, zeigt Ihnen der Abschnitt “Nächste Schritte”.